Persistent
Pupillary Membranes (PPM)
PPM
oder auch MPP ist eine angeborene Reifungsstörung, bei der sich eine in der
Embryonalzeit vorhandene Schicht aus ursprünglichen Bindegewebszellen, sie so
genannte „Membrana“ zwischen Linse und der vorderen Augenkammer nicht wie üblich
zwischen der zweiten und zwölften Lebenswoche vollständig zurückbildet,
sondern als feines Netz vor der Pupille verbleibt und die Sicht später nur
wenig behindert.
PPM
kommt in verschiedenen Formen/ Schweregraden vor:
Geringgradig:
Mittelgradig/schwergradig:
Nach
Rücksprache mit diversen praktischen Tierärzten und Erfahrungswerten von Züchtern
weltweit, können geringgradig behaftete Tiere in der Zucht eingesetzt werden.
Der
Erbgang ist noch nicht eindeutig geklärt, bzw. ob es überhaupt einen Erbgang
gibt.
Tatsache ist, dass ca. 50 % aller Basenjis weltweit eine Form der PPM haben, meist aber im minimalen Bereich.
Charakteristisch für Katarakte ist die Trübung der Linse,
die aus Wasser und Eiweißen aufgebaut und normalerweise transparent ist. Die
Linse befindet sich hinter dem farbigen Teil des Auges - der Iris - und bündelt
die Lichtstrahlen auf die Makula, der „Stelle des schärfsten Sehens“ im
hinteren Teil der Netzhaut.
Wenn sich ein sogenannter grauer Star entwickelt, verklumpt ein Teil des
Proteins und bewirkt so eine Trübung der Linse, wodurch Lichtstrahlen diese
nicht mehr durchdringen können.
Der graue Star entwickelt sich sehr langsam über einen größeren Zeitraum,
wobei die Sehfähigkeit nach und nach eingeschränkt wird. Bei der chirurgischen
Behandlung des grauen Stars nach Erblindung wird die getrübte Linse durch ein
Implantat ersetzt.
Es ist noch nicht sicher, was die Ursache von Katarakten ist. Eine genetische
Disposition scheint nicht alleiniger Auslöser zu sein. Nun scheint es einen
Zusammenhang zwischen Änderungen der chemischen Zusammensetzung der Linse und
dem Auftreten der Erkrankung zu geben. Als Teil ihrer normalen Funktion
produzieren Körperzellen, die des Auges eingeschlossen, Substanzen, die man
freie Radikale nennt. Mit der Zeit können diese freien Radikale Gewebe und
Organe schädigen und man nimmt an, dass sie bei vielen Erkrankungen - wie auch
bei Augenkrankheiten - eine Rolle spielen.
Progressive
Retina Atrophy (PRA)
Die
generalisierte Progressive Retina Atrophie (gPRA, bezeichnet ein
fortschreitendes Absterben der gesamten Netzhaut des Auges) ist eine erblich
bedingte Augenerkrankung, die viele Hunderassen betrifft. Es ist ein
kontinuierlich fortschreitendes Augenleiden, welches im Endstadium immer zur
Erblindung des Hundes führt. Die PRA ist nicht behandelbar oder heilbar. Die
Krankheit kommt bei vielen Rassehunden und Mischlingen vor.
Anfang
des zwanzigsten Jahrhunderts wurde die Erkrankung erstmals in Europa beim Gordon
Setter beschrieben und stellt heute in vielen Hunderassezuchten ein großes
Problem für den Züchter dar.
Die PRA ist eine Erkrankung der Netzhaut (Retina). Die Netzhaut ist jene
mehrschichtige Struktur im Augenhintergrund, die mit Hilfe von Sehsinneszellen
die Lichtstrahlen empfängt und diese über verschiedene Nervenzellen und
-fasern über die Sehbahn zum Gehirn weiterleitet.
Diese sogenannten Photorezeptorenzellen nehmen das durch die Augenlinse gebündelte
Licht und verwandeln es durch eine Reihe von chemischen Reaktionen in
elektrische Nervensignale. So werden die Signale der verschiedenen Nervenzellen
der Retina über den Sehnerv zum Gehirn weitergeleitet und dort zu einem
wahrnehmbaren Bild verarbeitet. Die Stäbchen sind spezialisiert auf die
Signalaufnahme im Dämmerlicht. Die Zapfen sind zuständig für die Verarbeitung
des Tageslichts und für das Farbensehen.
1.
Symptome der Erkrankung
Alle Hunderassen weisen die gleichen Krankheitsmerkmale auf.
Am Anfang fällt eine zunehmende Dämmerungsschwachsichtigkeit (Verlust der
Anpassung des Sehvermögens an das Dämmerlicht) und Nachtblindheit auf. Der
Hundebesitzer bemerkt, dass sein Hund bei Dunkelheit vorsichtiger geht, was
besonders in fremder Umgebung deutlich auffällt. In bekannter Umgebung
(Zwinger, Auslauf) verhält sich der Hund dagegen ganz normal. Mit langsamem
Fortschreiten der Erkrankung bemerkt der Besitzer die weiten, großen Pupillen
des Hundes und das Durchscheinen eines grünlich leuchtenden Reflexes.
Später verschlechtert sich das Tagsehen. Dies ist bei den Hunden am unsicheren
Verhalten in der normalen Umwelt erkennbar. Zur gleichen Zeit kommt es zu einer
Erweiterung der Pupillen, welche durch eine verstärkte Lichtreflexion der
reduzierten Retina im Innern des Auges verursacht wird. Oft verändert sich zusätzlich
die Augenlinse, sie trübt ein und wird undurchsichtig. Der entstandene Katarakt
beschleunigt die Erblindung und kompliziert den Verlauf. Der Hund findet sich in
seiner gewohnten Umgebung gut zurecht, wird aber in fremder Umgebung unsicher
und stößt an Gegenstände an.
2.
Beginn der Erkrankung
Es gibt verschiedene Formen der gPRA. In den einzelnen Rassen unterscheiden sie
sich durch einen differierenden Krankheitsbeginn und die Progressionsrate
(Krankheitsdauer vom Beginn der Krankheit bis zur Blindheit). Zu den
Hunderassen, bei denen ein früher Erkrankungs-beginn zu beobachten ist, zählen
der Collie, Irish Setter, norwegischer Elchhund und der Zwergschnauzer. Bei
diesen Rassen wird die Erkrankung durch die veränderte oder gehemmte
Entwicklung der Sehzellen in der Netzhaut verursacht. Die Ursache dieser
Netzhaut-degeneration liegt in einem Gendefekt. Die Lokalisation des Gendefektes
ist aber bei den verschiedenen Hunderassen unterschiedlich, so dass die
Erkrankung bei dem einen schon mit 12 Wochen (frühe Form der PRA), bei den
anderen erst mit 3 - 6 Jahren (späte Form der PRA) auftritt. Einen späterer
Krankheitsbeginn tritt bei Zwergpudeln, englischen und amerikanischen Cocker
Spanieln, Labrador Retrievern, Siberian Husky, Samojeden und Hounds auf.
gPRA-Anlagenträger dieser Rassen sieht man in ihrer frühen Entwicklung die
Erkrankung nicht an. Sie scheinen symptomfrei und es kommt erst nach der
Fortpflanzungsreife zu einer Entwicklung der Erkrankung.
3.
Diagnose
Die Diagnose „PRA“ wird im Rahmen einer tierärztlichen Augenunter-suchung
gestellt. Mit Hilfe von entsprechenden Augentropfen werden die Pupillen des
Hundes erweitert und anschließend die Netzhaut mit einem augenärztlichen
Instrument, dem indirekten Ophthalmoskop, untersucht.
Der untersuchende Tierarzt sieht bei den verschiedenen Formen der PRA folgende
Veränderungen:
a) erhöhte Reflexion des Fundus (die Innenseite des Augenhintergrundes, der
Netzhaut anliegend),
b) verminderter Durchmesser und Verzweigungen der retinalen Blutgefäße,
c) Schrumpfung des sichtbaren Bereiches des optischen Nervs (nervöse Verbindung
der Netzhaut zum Gehirn).
Der
Krankheitsbeginn ist spezifisch für die verschiedenen Rassen. Wenn ein Hund die
vorgenannten Veränderungen zeigt, ist es ein sicherer Hinweis, dass er in einem
absehbaren Zeitraum seine Sehkraft einbüßen wird. Mittels Elektroretinogramm
(ERG) kann die Diagnose untermauert werden. Dabei werden die elektrischen Ströme
gemessen, die von der Netzhaut ausgehen, wobei der Hund aber in Narkose gelegt
werden muss.
Bei
Hunden, die an PRA erkrankt sind, sind die Signale des ERG’s stark verringert
bzw. ausgelöscht. Mittels des ERG ist man in der Lage, eine frühe Diagnose zu
stellen oder spezifische PRA-Formen zu erkennen, bevor klinische Merkmale
offensichtlich sind.
Um das
Elektroretinogramm richtig auswerten und interpretieren zu können, ist eine
genaue Kenntnis des Krankheitsbeginns und -verlaufs der einzelnen Rassen nötig.
Dadurch ist eine Zuordnung der PRA-Dysfunktionen möglich. Aus dem Gesagten
leitet sich einher, dass mit der Untersuchung nur Tierärzte betraut werden
sollten, welche sich auf Augenerkrankungen des Hundes spezialisiert haben.
Wichtig zu wissen ist, dass die PRA medikamentell nicht aufzuhalten ist. Deshalb wird von den Zuchtvereinen empfohlen, Zuchttiere vor der Belegung einer Vorsorgeuntersuchung auf erhebliche Augenerkrank-ungen zu unterziehen, um die Erkrankung durch Selektion zu bekämpfen.
|
4.
Mein Hund hat PRA – wie weiter? Da ein Hund von vorneherein sowieso mehr in einer Geruchswelt lebt, was heißt, dass er die Umwelt mehr über die Nase wahrnimmt, muss das langsame Erblinden seine Lebensqualität nicht maßgeblich verschlechtern. |
Der Besitzer hat die Verantwortung, die
Umgebung des Hundes nicht zu verändern. Die Zuordnung im Zwinger oder Mobiliar
in der Wohnung, alles sollte an seinem Platz bleiben. Beim Spazierengehen bzw.
Trainieren sollte man die bekannten Strecken wählen, an unbekannten Orten ist
die Leine die Sicherheitsverbindung zum Besitzer, um den Hund vor kritischen
Situationen zu schützen. Beim Laufen im Gespann sollte man den Hund durch
permanente Ansprache auf Unwegsamkeiten hinweisen.
Bevor man den Hund berührt, sollte man ihn ansprechen, damit er sich nicht
erschreckt. Aus diesem Grund sollten Kleinkinder und andere Hunde nur unter
Aufsicht (außer der Hund lebt in seiner vertrauten Rudel- oder
Zwinger-Gemeinschaft) des Besitzers vorsichtig mit dem blinden Hund in Kontakt
bringen. Verhält er sich unsicher, weil ihn die Situation überfordert, ist es
besser, den Kontakt abzubrechen, um eine aggressive Reaktion zu vermeiden.
So versorgt kann ein blinder Hund in der Familien- oder Zwinger-Gemeinschaft noch viele Jahre gut leben.
5. Vererbung
Bis auf eine Ausnahme ist die gPRA in allen Hunderassen nach dem derzeitigen
Erkenntnisstand eine autosomal rezessiv vererbte Krankheit.
Das heißt, dass ein erkrankter Welpe eine defekte Gen-Kopie sowohl vom Vater
und der Mutter bekommen muss, also beide Elternteile eines erkrankten Tieres
eine defekte Gen-Kopie oder selbst an gPRA erkrankt sind. Da erkrankte Hunde
zwei defekte Gen-Kopien besitzen, sind alle Nachkommen eines an gPRA erkrankten
Hundes wiederum Träger einer defekten Gen-Kopie.
Rezessive Vererbung durch Trägertiere eines Wurfes heisst somit :
|
1. |
Es gibt freie Tiere, welche von den Eltern (beide sind Trägertiere mit einem gesunden und einem kranken Gen) zwei gesunde Gene erhalten haben. |
|
2. |
Es gibt Trägertiere, die von den Eltern ein gesundes und ein krankes Gen vererbt bekommen haben. Diese Hunde erblinden nicht, da durch das gesunde Gen die Sehfunktion aufrecht erhalten bleibt. Während einer tierärztlichen Untersuchung der Augen sind die Tiere unauffällig, vererben aber das defekte Gen unerkannt an einen Teil der Nachkommenschaft. |
|
3. |
Außerdem gibt es Merkmalsträger, welche von den Elterntieren je ein defektes Gen vererbt bekommen haben. Diese Hunde erblinden und geben, kämen sie zum Zuchteinsatz nur defekte Gene an alle Nachkommen weiter. |
Als Kolobom bezeichnet man eine mehr oder weniger großflächige Ausbuchtung der Netzhaut im Bereich des Sehnervenkopfes. Nur wenn in seltenen Fällen die Ausbuchtungen große Teile der Netzhaut einnehmen, kann die Sehkraft beeinträchtigt werden.