Basenji - der Hund für Katzenfreunde
Einen ganz besonderen Charme strahlt das "kleine Buschding" aus, wie die Pygmäen des Kongo ihren farbenfrohen, zierlichen, eleganten, kleinen Jagdhund nennen - was sich in deren Sprache etwa wie Basenschi anhört. Tatsächlich ist der Basenji ein ganz besonderer Hund in vielerlei Beziehung.
Von
Afrikaforschern entdeckt
Er gehört zu den primitiven Hunden, die seit Jahrtausenden - die alten Ägypter
bildeten sie schon ab - mit den Urwaldbewohnern des Kongo jagen. Afrikaforscher
berichteten über die kleinen Jagdhunde mit hölzernen Glocken um den Hals: Sie
genossen hohe Wertschätzung und gehörten neben Speeren, Pfeilen und eisernen
Haarnadeln zum Preis für eine Frau. Gelegentlich brachten Afrikareisende
Basenjis mit nach Europa, wo man sie in Zoos als Kuriositäten ausstellte. Eine
Zucht ergab sich aber erst, als die Engländer im ausgehenden 19.Jh. die
Kongo-Terrier mitbrachten und als Rasse weiterzüchteten. Der Basenji gehört zu
den wenigen Hunderassen, die heute noch in ihrer Heimat ihrer ursprünglichen
Verwendung nachgehen und ihr typisches Aussehen und Verhalten bewahren konnten.
Der Basenji ist ein Hund mit vielen Vorzügen. Er ist klein, handlich, sportlich
und dekorativ. Er hat ein kurzes, derbes, pflegeleichtes Haar ohne Unterwolle,
das auch in der Haarung die Hausfrau kaum belästigt. Der Hund ist reinlich und
riecht nicht. Er bellt nicht, dafür heult oder jodelt er umso mehr. Er ist kein
Wach- oder Schutzhund, aber er meldet Eindringlinge mit einem Wuff. Der Basenji
mag daher als idealer Wohnungshund erscheinen, aber..........
Leidenschaftlicher Jagdhund
Bei all seinen Vorzügen ist der Basenji ein leidenschaftlicher Jagdhund, der
alles aufstöbert und verfolgt, was ihm vor Nase und Augen kommt. Er ist außerdem
ein sehr schneller Sprinter, der in den USA sogar bei Windhunderennen mitläuft.
Unbedachtes von der Leine lassen kommt für den Basenji nicht infrage. Das
erschwert es natürlich sehr, seinem Bewegungsdrang Rechnung zu tragen. Er läuft
gerne am Fahrrad mit, liebt lange Wanderungen, ist ein ausdauernder Begleiter
für sportliche Menschen, aber von der Leine gelassen und eine Spur vor der Nase,
hört er kein Rufen mehr. Wer allerdings in wildarmer Gegend wohnt oder selbst
freies Gelände besitzt, wo der Hund sicher laufen kann, dem stellt sich dieses
Problem kaum. Der Basenji läuft ja nicht weg, aber wo könnte er hierzulande
gefahrlos jagen? Auch wird derjenige nicht glücklich mit seinem Basenji, der
einen verschmusten, anhänglichen, gehorsamen Hausgenossen schätzt.
Basenjibesitzer beschreiben seinen Charakter als katzenhaft. Der Basenji ist
kein Raufer und verspielt im Umgang mit anderen Hunden. Wird er jedoch
angegriffen, weiß er sich zu wehren.
Eigenwilliger
Charakter
Will man den Charakter des kleinen Buschdings verstehen, muß man die Gedanken
zurück in den Urwald schweifen lassen. Dort lebt der Hund mit in den Dörfern. Er
wird geschätzt, weil er ein unentbehrlicher Jagtgehilfe ist, aber er wird weder
versorgt noch gepflegt. Ein geliebtes Familienmitglied ist er sicherlich nie.
die Welpen haben höchstens das zweifelhafte Vergnügen, von den Kindern als
Spielzeug betrachtet zu werden. Geht es zur jagt, dann keineswegs mit dem Hund
bei Fuß, sondern die Aufgabe des Basenji liegt darin, durch den Busch zu stöbern
und alles, das lebt, aufzuscheuchen und in die Netze oder vor die Speere der
Jäger zu treiben. Eine jagdliche Ausbildung gibt es nicht, dem Hund ist diese
Eigenschaft angeboren. Eine Bindung zum Herrn oder Gehorsam benötigt der Hund
nicht, im Gegenteil, er muß sich vom Jäger lösen und selbständig arbeiten.
Einige
Generationen Rassehundezucht können Jahrtausende der Entwicklung nicht
wegwischen. Der Basenji ist noch immer das, was er war:
Der Jagdhund der Buschjäger Afrikas.