|
Anmerkung
Änderungen gegenüber der Version von 1993 sind durch Kursivdruck
hervorgehoben.
Definition des Fanconi Syndroms (FS)
Das FS ist eine genetisch bedingte Fehlfunktion der Nieren, die zur Ausscheidung
von lebenswichtigen Stoffen führt.
Das
Erscheinungsbild umfasst:
1.
Vermehrte Ausscheidung von Urin
2. Großer Durst
3. Ausscheidung von Zucker im Urin
4. Ausscheidung von Aminosäuren im Urin
5. Verlust von Mineralien, Vitaminen, Bikarbonat und Elektrolyten im Urin
Daraus ergibt sich für den Hund:
1.
Muskelschwund
2. Muskelschmerzen
3. Übersäuerung des Organismus
4. Gewichtsverlust
Die
Einstellung des Säure-/Basenhaushalts verlangsamt oder stoppt den weitergehenden
Fortschritt dieser degenerativen Erscheinung. Diese Krankheit scheint bei
Basenjis bevorzugt aufzutreten, obwohl es den Anschein hat, dass sie vererbbar
ist und dadurch bei allen Säugetieren auftreten kann.
Falls
bei diesen Erscheinungen nicht tierärztlich eingeschritten wird, verläuft diese
Krankheit tödlich. Bei frühzeitigem Therapiebeginn ist die Aussicht auf
ein langes Leben ausgezeichnet.
Diagnose
Vermehrte Urinausscheidung und vermehrter Durst weisen auf das F.S. hin. Die
positive Diagnose zeigt sich durch Glukoseausscheidung, ebenfalls bei normalem
und niedrigen Blutzuckerspiegel. Alle Basenjis sollten monatlich auf
die Ausscheidung von Zucker, Ketonen oder Aminosäuren über den Urin getestet
werden. Geeignete Teststreifen sind in Apotheken erhältlich. Für Deutschland
empfehlen wir die Verwendung von Combur5 Test® HC der Firma
Roche bzw. die entsprechende amerikanische Version namens Ames Combistix.
Jegliche Abweichung von der Norm bedingt die Hinzuziehung eines Tierarztes. Das
Vorkommen des F.S. ist bei Basenjis häufig. Andere Rassen wie Cockerspaniels
oder Malamutes können diese Krankheit ebenfalls aufweisen und profitieren
insofern von der Behandlung, die wir auch unseren Basenjis zukommen lassen
können. Die häufigste Fehldiagnose ist Diabetes oder das Cushing Syndrom,
was aber durch einen nachweisbar höheren Blutzuckerspiegel ausgeschlossen werden
kann.
Beginn der Erkrankung
Sie beginnt im Durchschnitt zwischen dem fünften und siebten Lebensjahr,
jedoch sind auch Fälle bekannt, die in ein Lebensalter von
drei bis acht Jahren fallen. Die frühe Diagnose ist extrem wichtig, denn je früher mit der
Behandlung begonnen wird, desto geringer ist die Schädigung der Nieren und desto
weniger Ersatzstoffe (Proteine, Mineralien, etc.) sind erforderlich.
Erster Suchtest
Blut-Serumkontrolle im besonderen Hinblick auf Natrium, Kalium, Kalzium und
Phosphor und deren mögliche Defizite. Genauso wertvoll hat sich die Erstellung
eines Gasstatus des venösen Blutes erwiesen, wie er in jedem Kliniklabor gemacht
werden kann. Dabei geht es um die Feststellung einer eventuellen Übersäuerung
(Azidose). Die Ermittlung eines Gesamt-CO2-Status
genügt jedoch nicht.
Schilddrüsenüberwachung
Wenige der von Fanconi befallenen Hunde weisen eine Unterfunktion der
Schilddrüse auf. Selbst wenn die Überprüfung eine Unterfunktion dieser aufweist
und eine Therapie hierfür eingeleitet wird, sollten diese Werte innerhalb von
sechs Monaten, nachdem eine diätetische Fanconibehandlung begonnen wurde
überprüft werden. Auf diese Art und Weise können Sie sicherstellen, dass die
Schilddrüsenfehlfunktion nicht auf eine außerkontrollegeratene Übersäuerung und
die daraus folgende Veränderung der normalen Funktion des Organsystems
zurückzuführen ist. Falls der Schilddrüsenbefund nur leicht von der
Unterfunktion der Schilddrüse abweicht, sollten Sie ebenfalls warten, bis die
Fanconi-Diät greift und dann die Funktion der Schilddrüse überprüfen, ehe Sie
eine Schilddrüsentherapie einleiten. Es gab Fälle, wo die wiederholte
Schilddrüsenuntersuchung bei auf Fanconi eingestellten Hunden als normal zu
bezeichnen war.
Weitere bemerkenswerte Laborwerte
Bei vielen medizinisch betreuten Fanconihunden haben wir einige ungewöhnliche
Laborwerte gefunden. Während einige dieser Werte zunächst auf Leberschädigungen,
was bei weitem noch nicht der Fall gewesen ist, hindeuteten, und diese Hunde
keinerlei Symptome aufwiesen, die mit diesen Werten zusammengehörten. Einige
Forscher vermuten, dass diese Abweichungen bei einem Fanconihund, wegen der
durch Proteinverlust verursachten veränderten Blutkonsistenz normal seien.
Veränderungen durch Enzyme und Blutbestandteile sind Grund für diese Erhebungen.
Deshalb sollte jede Veränderung dieser Art verfolgt werden, da die Anwesenheit
der Fanconikrankheit nicht die Möglichkeit einer Lebererkrankung ausschließt.
Ziel
der klinischen Behandlung
Ausgleich des Säure-Basenhaushaltes im Blut, ohne Beachtung der kurzfristigen
Möglichkeit des Körpers, sich an veränderte Bedingungen anzupassen.
-
Schaffung eines ausgeglichenen Protein- und Elektrolythaushaltes.
-
Ergänzung von Mineralien und Vitaminen.
- Die
Korrektur des Blut-pH-Wertes schwächt den Verlauf der Krankheit ab, oder bringt
sie sogar zum Stillstand.
Anfängliche Minimalbehandlung
(Für alle Hunde, die ungewöhnliche Laborwerte zeigen, aber noch keine der
obengenannten Symptome aufweisen sinnvoll)
- jderzeit Frischwasser bereitstellen.
- keinerlei Medikamente in das Wasser geben.
-
Trockenfutter von höchster Qualität geben.
Wöchentlich wenigstens eine Dose Fleischfutter, um die langkettigen Aminosäuren
zu ergänzen, jedoch kein Geflügel verfüttern.
- täglich
eine Mineral-/Multivitamintablette
- täglich
eine Phosphat-/Kalziumtablette, da der Phosphatverlust ein Kennzeichen der Fanconikrankheit ist, weil dieser durch einen Übertritt aus der Muskelmasse in
das Blut zu erklären ist.
Ist der
Zustand stabilisiert, sollten die Blutwerte alle 6 Monate ermittelt werden; bei
sich verschlechterndem Zustand natürlich früher.
Behandlung von Hunden mit vermehrtem Durst und vermehrter Urinausscheidung
-
Verabreichung von Vitamin/Mineraltabletten
-
Verabreichung von Phosphat/Kalziumtabletten.
- Bei
stark gesunkenem Kaliumblutspiegel kommen Medikamente wie UroCit-K oder Tumil-K
in Frage. Siehe
Empfehlung oben.
-
Verabreichung von Bikarbonat entsprechend der Blutgaswerte.
- Wenn der
pH-Wert stabil ist, die Dosis für die Ersatzstoffe konstant halten
Monatliche Aminosäuretabletten (Amino-Fuel) und hohe Dosen von
Mineral/Vitaminprodukten (CENTRUM), zum Ausgleich des Mineralienverlustes.
Dieses Produkt ist von großem Nutzen, auch bei ungewöhnlichen Symptomen, wie
akuter Erblindung, Muskelschmerzen und Haarverlust, selbst bei anderweitig
behandelten Hunden mit stabilisiertem FS. Dieses CENTRUM-Vitamin hat sich, wenn
in wöchentlichen bis hin zu täglichen Dosen gegeben, als ein bemerkenswert
effektives Medikament zur Verhinderung der Symptome erwiesen. Eine regelmäßige
Gabe erscheint insofern sinnvoll.
Exotische „Futterergänzungsversuche“: Nudelsuppe, Velveta-Käse, Frischkäse,
Eiskreme, Katzenfutter, Hot Dogs, Lasagne, etc..
Die
Laborkontrolle des Blutes sollte auch hier alle 6 Monate durchgeführt werden.
Viele Hunde bleiben bei dieser Art der Nahrungsergänzung jahrelang in einem
stabilen Gesundheitszustand.
Akute
Notfallbehandlung
- Langsame
Infusion mit Bikarbonat bis zum korrekten pH-Wert.
- Infusion
zur Flüssigkeitsergänzung
- Infusion
mit Nahrungsergänzungsstoffen.
-
Allmähliche Annäherung an die normale Ernährung.
Die
einmalige Dialyse hat sich als äußerst selten erforderlich gezeigt, kann aber
bei sehr später Diagnose des akuten Nierenversagens als lebensrettend bezeichnet
werden . Nach der Dialyse wurde in einigen Fällen die Rückkehr zur normalen
Nierenfunktion beobachtet.
Richtlinien für die medikamentöse Behandlung des F.S:
(erwartete Werte und nützliche Hinweise)
Bitte seien Sie sich bewusst, daß hier nur auf unseren klinischen Erfahrungen
aufbauende Empfehlungen gegeben werden können. Bitte benutzen Sie beim
Beschreiten der Therapie Ihren eigenen Erfahrungsschatz.
1.
Elektrolyt-Blutbild:
Die
Abweichung von der Norm besteht in niedrigen Kalzium- Phosphor- Kalium- und
Natriumwerten. Diese Abweichungen können von Hund zu Hund unterschiedlich sein
und können in der ein oder anderen Kombination erscheinen. Normalerweise wird
die nachfolgend aufgeführte Nahrungsergänzungsliste zur Wiederherstellung der
normalen Werte ausreichen. Einige Fälle werden aber einer höheren Ergänzung
bedürfen.
Jegliche Substitution muß sich an den gemessenen Blutwerten orientieren.
2.
Phosphat:
Bei
bestehendem niedrigen Phosphatspiegel ist die zusätzliche Fütterung von z.B.
Pet-Cal zur Erreichung der Norm erforderlich. Bei Phosphatausscheidung wird
dieses aus dem Muskelgewebe entnommen und dem Blutkreislauf zugeführt. Dies ist
einer der Gründe für Muskelschmerzen und Muskelerschlaffung im Endstadium des
F.S.
3.
Kalium:
Etwa 20%
der Hunde mit Kaliummangel brauchen zusätzliche Kaliumergänzung. Falls eine
Verabreichung Multivitamintabletten nicht ausreicht, ist folgende Dosierung,
beruhend auf einem Gewicht von 10 bis 12,5 kg , von Urocit-K oder Tumil-K
erforderlich.
|
Blutgehalt Kalium |
Empfohlene
Anfangsdosis von Kalium |
|
1,50
–2,00 MEQ/L |
15 MEQ
(1620 mg) per os/pro Tag |
|
2,10 –
2,75 MEQ/L |
10 MEQ (1080 mg) per os/pro Tag |
|
2,76 – 3,75 MEQ/L |
5 MEQ (540 mg) per os/pro Tag |
Bei der
Verabreichung von Kaliumpräparaten ist nach Erreichung eines stabilen Zustandes
eine wöchentliche Kontrolle der Laborwerte für mindestens 4 Wochen erforderlich.
Danach sollte die Routineuntersuchung (alle 6 Monate) ausreichend sein. Bisher
wird von keinem Fall der Übersättigung von Kalium berichtet, doch ist die
Laborkontrolle angesagt.
Säure-/Basenhaushalt
Die
Wichtigkeit der Korrektur des sauren Blut-pH bedingt, durch den Verlust des
BikarbonatIons, kann bei dieser Erkrankung nicht genügend betont werden. Die
Übersäuerung scheint der Hauptfaktor für das Fortschreiten dieser Krankheit zu
sein. Daraus folgt, daß dessen Korrektur den Zustand stabilisiert. Die
Untersuchung der Gaswerte des venösen Blutes ist die einzige Möglichkeit,
den wahren pH-Wert und das Bikarbonatdefizit festzustellen. Gaswerte des
arteriellen Blutes sind schwieriger zu bekommen und unnötig. Ein Gesamtstatus
„Kohlendioxid“ oder „Bikarbonatspiegel“ geben nicht annähernd den tatsächlichen
pH-Wert wieder.
Die Hinzuziehung eines Krankenhauslabors oder einer entsprechenden
tierärztlichen Einrichtung der venösen Blutgaskonzentration ist deswegen
unerlässlich. Jedes intensivmedizinische Institut verfügt über die Möglichkeit
Blutgase zu analysieren und ist darüber hinaus auch noch kostengünstig. Wichtig
ist jedoch der Hinweis, daß es sich bei der Aufdeckung des F.S. bei diesem nicht
um eine ansteckende, sondern um eine genetisch bedingte Erkrankung handelt.
Eine heparinisierte (der Gerinnung unfähigen) Blutprobe des Hundes kann genauso
wie die des Menschen untersucht werden. Ohne Gasanalyse, PH-Wertkontrolle und
Erstellung der Pufferkapazität kann diese Krankheit nicht effektiv behandelt
werden.
Technik für die Gewinnung der venösen Blutgaswerte
„Heparin wash“
Es wird
eine 3 ccm Spritze benötigt mit der ein Tropfen Heparin aufgezogen wird. Der
Stempel der Spritze wird hin und her bewegt und dann das Heparin verworfen. Die
so vorbereitete Spritze wird nun dazu benutzt, 2,5 ccm venösen Blutes
aufzunehmen. Jegliche Luft muß nun aus der Spritze herausgedrückt werden und die
Spritze muß von Hand hin und her bewegt werden, um das Blut mit dem verbliebenen
Heparin zu vermischen. Nun sollte die Spritze fest verschlossen und sofort in
Eiswasser eingebracht werden. Während eine geeiste menschliche Blutgasprobe nur
eine Stunde brauchbar ist, so setzt das Basenji-Blut Sauerstoff um und erzeugt
Kohlendioxid in viel höherem Ausmaß. Deswegen muß die Blutprobe in weniger als
30 Minuten der Analyse zugeführt werden. Das ideale Zeitmaß ist 15 Minuten.
Die
zu erhaltenden Werte sind:
- pH-Wert
(Säure/Basenverhältnis)
- pCO2
(Kohlensäureanteil)
-
Pufferkapazität von Bikarbonat
Allen
weiteren Werte, die der Analyseautomat aufzeichnet, sollten Beachtung finden;
dies beinhaltet auch HCO3
und Sauerstoffsättigung des Hämoglobins.
Normale
und beim FS erwartete venöse Blutgaswerte
|
Normales
arterielles Blut |
Normales venöses Blut |
Venöses Blut bei
Fanconihunden |
|
pH 7,40 |
pH 7,30 |
6,12 – 7,32 |
|
pCO2 40 |
PCO2
45 – 145 |
PCO2
30 – 45 |
|
pCO2
100 |
PCO2
30 – 50 |
PCO2
30 – 50 |
|
B.E. 0 |
B.E. 0 – -3 |
B.E. -3 – -15 |
|
HCO3
24 |
HCO3
22 – 24 |
HCO3 12 – 24 |
Während
ein pH-Wert von 6,12 mit dem Leben nicht vereinbar ist, haben wir dennoch sehr
kranke Hunde mit diesem Wert der Übersäuerung angetroffen.
Auch bei
normalem pH-Wert darf der CO2-Anteil
nicht außer acht gelassen werden, da die normale Reaktion des Körpers auf einen
Verlust an Bikarbonat darin besteht, die Atmung zu beschleunigen und zu
vertiefen, um Kohlendioxid aus dem Körper zu entfernen. Obwohl sich dieser
Vorgang nahezu unwahrnehmbar vollzieht, ist diese Gegenregulation zur
Übersäuerung durch vermehrte Atmung ein Mechanismus, der oft Monate wirkt ehe er
versagt. Zu diesem Zeitpunkt entgleisen die unterdrückten pH-Werte nach unten,
während der Kohlendioxidwert sich normalisiert. Diese akute schwere Übersäuerung
endet im Nierenversagen, dem Versagen anderer Organe und führt schließlich zum
Tod. Trotz eines normalen pH-Wertes ist die Gabe von Bikarbonat erforderlich um
zu einem ausgeglichenen Säure/Basenhaushalt und normalen Kohlendioxidwerte
zurückzufinden.
Fanconihunde mit normalen Bikarbonatwerten sollten dennoch regelmäßig alle 6
Monate labortechnisch überprüft werden, besonders, wenn Symptome wie vermehrter
Durst und vermehrte Urinausscheidung anhalten. Ein normaler Bikarbonatwert wird
bei jeder Frühdiagnose gefunden. Leider können alle regelmäßig labortechnisch
untersuchten Hunde, selbst bei ausgewogenem Elektrolythaushalt, Bikarbonat
verlieren, da sie, einmal eingestellt, sich bei geringer Verabreichung von
Bikarbonat zu stabilisieren scheinen.
Täglicher Ersatz von Bikarbonat in Grains (1 Grain = 0,0648g)
X-Achse:
ph-Wert des venösen Blutes
Y-Achse: pCO2 des venösen Blutes
|
y |
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
20 |
140 |
140 |
160 |
160 |
180 |
220 |
240 |
260 |
280 |
280 |
300 |
320 |
|
|
|
|
|
29 |
140 |
140 |
140 |
140 |
180 |
220 |
240 |
260 |
260 |
280 |
300 |
300 |
|
|
|
|
|
30 |
120 |
120 |
140 |
140 |
160 |
200 |
220 |
240 |
260 |
260 |
280 |
300 |
|
|
|
|
|
31 |
120 |
120 |
120 |
120 |
160 |
200 |
220 |
220 |
240 |
260 |
280 |
280 |
|
|
|
|
|
32 |
100 |
100 |
120 |
120 |
140 |
180 |
200 |
220 |
220 |
240 |
260 |
280 |
300 |
|
|
|
|
33 |
100 |
100 |
100 |
100 |
140 |
160 |
180 |
200 |
220 |
240 |
260 |
280 |
300 |
320 |
|
|
|
34 |
100 |
100 |
100 |
100 |
120 |
140 |
160 |
180 |
200 |
220 |
240 |
260 |
280 |
300 |
320 |
|
|
35 |
100 |
100 |
100 |
100 |
120 |
140 |
160 |
180 |
200 |
220 |
240 |
260 |
280 |
300 |
300 |
|
|
36 |
80 |
80 |
100 |
100 |
120 |
140 |
160 |
180 |
180 |
200 |
220 |
240 |
260 |
280 |
280 |
|
|
37 |
80 |
80 |
80 |
100 |
120 |
120 |
140 |
160 |
180 |
200 |
220 |
220 |
240 |
260 |
260 |
|
|
38 |
80 |
80 |
80 |
80 |
100 |
120 |
140 |
160 |
160 |
180 |
200 |
220 |
240 |
240 |
240 |
|
|
39 |
60 |
60 |
80 |
80 |
100 |
100 |
120 |
140 |
160 |
180 |
200 |
200 |
220 |
240 |
240 |
|
|
40 |
60 |
60 |
60 |
60 |
80 |
100 |
120 |
140 |
140 |
160 |
180 |
200 |
220 |
220 |
220 |
|
|
41 |
40 |
40 |
60 |
60 |
80 |
80 |
100 |
120 |
140 |
160 |
180 |
180 |
200 |
220 |
220 |
|
|
42 |
40 |
40 |
40 |
40 |
60 |
80 |
100 |
120 |
120 |
140 |
160 |
180 |
200 |
200 |
200 |
|
|
43 |
20 |
20 |
40 |
40 |
60 |
60 |
80 |
100 |
120 |
140 |
160 |
160 |
180 |
200 |
200 |
|
|
44 |
20 |
20 |
20 |
20 |
40 |
60 |
80 |
100 |
100 |
120 |
140 |
160 |
180 |
180 |
180 |
|
|
45 |
20 |
20 |
20 |
20 |
40 |
60 |
80 |
100 |
100 |
120 |
140 |
140 |
160 |
180 |
180 |
|
|
|
7,40 |
7,35 |
7,30 |
7,25 |
7,20 |
7,10 |
7,00 |
6,90 |
6,80 |
6,70 |
6,60 |
6,50 |
6,40 |
6,30 |
6,20 |
x |
Hinweise zur Verabreichung von Natriumbikarbonat:
Das
Ergebnis der Gasuntersuchung des venösen Blutes erfordert das Aufsuchen des
Schnittpunktes des partiellen Kohlendioxiddruckes und des pH-Wertes. Die Zahlen
geben die tägliche Dosis von Natriumbikarbonat in „grains“ an. Normalerweise ist
Natriumbikarbonat in 10 Grainstabletten (= 0,648 g) erhältlich. Diese Dosis
sollte auf 2 Gaben pro Tag verabreicht werden. Die Tabelle ist nur geeignet für
die anfängliche Behandlung. Wird der Ersatz von Bikarbonat fortgesetzt, so sind
weitere Blutgaskontrollen erforderlich, um die Medikamentation zu Erzielung
normaler Werte sicherzustellen.
Weitere Laborwerte, die zu beachten es gilt:
Bei
einigen medikamentös behandelten Fanconihunden haben wir ungewöhnliche
Erscheinungen beobachtet. Während einige der gewonnenen Werte auf eine
Erkrankung der Leber hinzudeuten schienen, war dies absolut nicht der Fall.
Einige Wissenschaftler vermuteten, daß diese Abweichungen von der Norm bei
Fanconi-erkrankten Hunden normal seien. Diese Erkenntnis findet ihren
Niederschlag in folgender Tabelle:
|
|
Normalwert |
Wert bei FS |
|
Alkalische Phosphatase |
20 - 200 IU /L |
200 - 850 IU /L |
|
SGOT |
25 -
105 IU /L |
105 -
310 IU /L |
|
SGPT |
10 - 75 IU /L |
75 - 500 IU /L |
|
Cholesterin |
137 - 275 IU /L |
275 - 450 IU /L |
|
Triglyzeride |
20 - 80 mg/100 ml |
80 - 900 mg/100 ml |
Natürlich können die letzte Mahlzeit oder andere Ursachen diese Werte
hervorrufen. Diese Werte sollten zur Kenntnis genommen werden, sind aber
normalerweise nicht behandlungsbedürftig, da sie sich einpendeln.
Wertvolle Hinweise
Ist der
an Fanconi erkrankte Hund einmal eingestellt, so ist er wie jeder andere Hund.
Er ist nicht mehr oder weniger anfällig gegenüber anderen Krankheiten. Jedoch
sollten folgende Regeln beachtet werden:
- keine
überzogenen Ausbildungsübungen
- immer
frisches Wasser
- regelmäßige Urinkontrolle auf Zucker
Die
normalen Betäubungsmittel werden toleriert, ein Status des Kaliumhaushaltes vor
Anästhesie erscheint sinnvoll.
- die Aufwachphase ist verlängert
-
Antibiotika werden normal vertragen.
Eingestellte Hunde sind bei Verabreichung von Medikamenten bei neurologischen
oder orthopädischen Problemen als normal einzustufen, gleich, ob die
Verabreichung intramuskulär, intravenös oder oral erfolgt.
Dauerhafte, aber niedrig dosierte Gabe von Cortison haben bei niedriger
Dosierung selbst bei Hunden mit vermehrtem Durst und vermehrter Harnausscheidung
keine Probleme. Ebenso sind bei durch Flöhe ausgelösten Hautproblemen Cortisone
angezeigt.
Die
Chemotherapie hat bei Hunden mit F.S. und Tumoren im Vergleich zu anderen Hunden
keine unterschiedlichen Ergebnisse erbracht. In Kenntnis des FS hatten die
Behandler auch weniger nierenschädliche Substanzen verwendet.
Fanconihunde mit Unterfunktion der Schilddrüse gelangen nach Einstellung des FS
wieder zu einer normalen Schilddrüsenfunktion.
Einige Hunde werden selbst bei korrekter Einstellung der Werte etwas inkontinent.
In diesen Fällen hat sich die tägliche Gabe einer Tablette Phenylpropanolamine
(25mg PROPAGEST) eine Stunde vor dem Schlafengehen bewährt. Dieses Medikament
stärkt den Blasenschließmuskel. Diese Medikation sollte nur bei einem völlig
eingestellten Hund durchgeführt werden, da diese nur die zugrundeliegenden
Probleme verschleiert. Andere Veränderungen des Löseverhaltens und jegliche
Inkontinenz sollte zunächst als Harnwegsinfekt betrachtet werden, bis das
Gegenteil bewiesen ist.
Anmerkung
Proteintabletten (zum Beispiel Amino-Fuel) sind in Bodybuilding-Centern und
Apotheken erhältlich
Verfasser
Dr. Steven Gonto, 1 Savy Lane, Savannah, GA 31411, Tel./Fax: +1-912-598-5067,
mail:
outdoc@aol.com
Übersetzer
Dr. Friedrich Reuter (dr.friedrich.reuter@t-online.de)
und
Johannes Theile (jtheile@topmail.de)
oder Fax: 09131/758697
11. März 2001
|
zurück
|
An den Seitenanfang
 |
|